Hofsäß erschüttert über Ignoranz und Arroganz: „Der Umgang mit der Fleischindustrie ist ein grün-schwarzer Totalausfall”

Michael Hofsäß, designierter SPD-Landtagskandidat im Enzkreis, zeigt sich verwundert über das Vorgehen und die Äußerungen von Stefanie Seemann: „Sie ist ja schließlich Teil der Fraktion des grünen Ministerpräsidenten Kretschmann. Nach Wochen der schieren Stille kommt aber nichts außer der Unterstützung von Habecks unpassendem Vorschlag und einer seichten Kritik an Landwirtschaftsminister Hauk.“ Sie habe die Möglichkeit, sich als grüne Landtagsabgeordnete direkt an Kretschmann zu wenden, der dann ja auch seine Richtlinienkompetenz nutzen könne.

„Der Umgang mit der Fleischindustrie ist ein grün-schwarzer Totalausfall. Wochenlang keine Äußerungen der Landesregierung und des zuständigen Ministers, keine Regung von Kretschmann – da hätte ich mehr erwartet von einer grünen Abgeordneten, für die es ja eigentlich das Thema schlechthin wäre.”

Erschüttert zeigt sich Hofsäß von den Aussagen des CDU-Ministers Peter Hauk. Sie passten demnach besser zu denen eines Lobbyisten als eines Ministers: „Menschen aus Osteuropa werden hier in Subunternehmen unter unwürdigen Arbeits- und Wohnbedingungen beschäftigt und Hauk fällt nichts anderes ein, als dass diese Arbeiter hier ja keine Luxuswohnungen bräuchten – die könnten sie ja in ihrem Heimatland bauen. Das ist mehr als arrogant gegenüber all denen, die hart arbeiten, nicht entsprechend entlohnt werden und darüber hinaus in überteuerten Mehrbettzimmern untergebracht werden.” Gleichzeitig verschließe er offensichtlich die Augen vor all den Problemen in der Fleischindustrie und den Zusammenhängen zwischen den Infektionen und der Situation vor Ort, indem er obendrein das Verbot von Werkverträgen ablehnt.

Seemanns Forderung nach einem Mindestpreis für Fleisch lehnt Hofsäß indes ab: „Das ändert nichts an den Umständen für Mensch und Tier in der Fleischindustrie. Niemand garantiert, dass dieses Geld bei Bauern, Arbeitern oder beim Tierwohl ankommt.” Ein solcher Mindestpreis könne außerdem zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führen und damit entweder zu einem Überbestand an verderblichen Lebensmitteln oder zu einer Verlagerung dieses Überangebots ins Ausland.

„Das nutzt niemandem. Stattdessen brauchen wir schnellstmöglich die geplante Abschaffung der Werkverträge, konkrete Regelungen für die Arbeits- und Wohnbedingungen und deutlich mehr Kontrollen – ich hoffe sehr, dass die Union bei der Umsetzung im Bund nicht abermals blockiert. Bei den Kontrollen ist dann auch die Landesregierung gefragt”, so Hofsäß. Im nächsten Schritt müsse man sich mit dem gesamten Geschäftsmodell beschäftigen – also auch mit konkreten Vorgaben für die Tierhaltung und mit den EU-Agrarsubventionen, um damit beispielsweise bessere Haltungsbedingungen und kleinere Betriebe zu unterstützen.

Foto von Alicja (Pixabay)

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